Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.

Newsletter 03/2026

EDITORIAL

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Das Anordnungsmodell gibt uns keine Ruhe: Die nationalrätliche Gesundheits-kommission will, dass vor Beginn einer OKP-finanzierten psychologischen Psychotherapie zwingend eine fachärztlich-psychiatrische Diagnose vorliegt. Wir werden diese realitätsfremde Forderung zusammen mit der SGPP und den Psychologieverbänden vehement bekämpfen. Die dagegen lancierte Petition haben wir als Psychiatrieverbände aber nicht unterschrieben. Weshalb, erfahren Sie in diesem Newsletter.  

Wir halten Sie auch bei der Agenda Grundversorgung auf dem neusten Stand und schätzen ein, wo und unter welchen Voraussetzungen wir Verbesserungen für unser Fach erwarten. 

Gleich drei Beiträge widmen sich dem SGKJPP-Kongress, der mit über 550 Teilnehmenden alle Erwartungen übertraf. Er hat uns enorm bereichert und stimmt hoffnungsvoll, was unseren Nachwuchs anbelangt: Der Residents’ Day, erstmals vollständig von der jüngeren Generation der Kinder- und Jugendpsychiatrie organisiert, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir werfen zudem einen Blick auf Kongresse in unseren Nachbarländern und möchten insbesondere niedergelassene Kolleginnen und Kollegen ermuntern, sich mit Symposien und Beiträgen zu beteiligen – das Themenspektrum ist für sie genauso vielfältig und spannend.

Im Interview erfahren Sie mehr über die neue Klinische Professorin für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel. Dass mit Gertraud Gradl-Dietsch dieser Lehrstuhl nach einer mehrjährigen Vakanz wieder besetzt werden konnte, stimmt uns ebenfalls hoffnungsvoll für unser Fach.

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre!

Bigna Keller, Co-Präsidentin SGKJPP
Oliver Bilke-Hentsch, Co-Präsident SGKJPP

Anordnungsmodell: SGKJPP lehnt die Motion ab

Die nationalrätliche Gesundheitskommission fordert in einer Motion, dass vor jeder psychologischen Psychotherapie, die über die OKP abgerechnet wird, eine fachärztlich-psychiatrische Diagnose vorliegt. Das ist weder zielführend noch sachgerecht. Wir werden uns im politischen Prozess gegen dieses Anliegen aussprechen. Die dagegen lancierte Petition ist für uns aus verschiedenen Gründen der falsche Weg.

Stecken wir fest – oder bewegt sich doch etwas?

Die Agenda Grundversorgung verspricht einige Verbesserungen für unser Fach. Wo ist das Potenzial besonders gross? Wo ist die SGKJPP eher skeptisch?
Co-Präsidentin Bigna Keller macht eine erste Einschätzung.

Global Mental Health: Psychiatrische Versorgung
neu denken

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie hat am SGKJPP-Kongress in Bern über den nationalen Tellerrand hinausgeschaut: Die US-amerikanische Psychiaterin und Professorin Pamela Collins sprach angesichts der weltweiten Versorgungslücke darüber, wie Betroffene trotz des Mangels an Fachkräften und Ressourcen Hilfe erhalten.

Viel Inspiration für unseren Nachwuchs am Residents’ Day

Der Residents’ Day am Kongress der SGKJPP hat die Teilnehmenden begeistert und inspiriert - auch dank vieler persönlicher und interaktiver Elemente.


Vier Kongresse in vier Ländern – eine Bilanz

Seit Juni 2026 fanden vier bedeutende Kongresse der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie statt: ESCAP (Strassburg), ÖGKJPP (Klagenfurt), DGKJPP (Würzburg) und SGKJPP (Bern). Zusammen zeigen sie eindrücklich die Breite und Dynamik unseres Fachs.

Jährliche Erhebung der Infrastruktur- und Personal-kostendaten (IPL) 

Verlässliche Daten aus unseren Praxen sind elementar, damit die tatsächlichen Kosten der psychiatrischen Tätigkeit im TARDOC angemessen abgebildet sind. Deshalb möchten wir Sie für die jährliche Erhebung der Infrastruktur- und Personalkostendaten sensibilisieren und darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass Sie diese Kosten vollständig erfassen. 

«Wir sollten den Menschen konsequent in seiner Gesamtheit betrachten»

Gertraud Gradl-Dietsch, die neue Klinische Professorin für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Basel, sagt im Interview mit Susanne Walitza, worauf sie besonders Wert legt - und was sie am Fach Kinder- und Jugendpsychiatrie begeistert.

Jugendpsyche unter Druck: OECD fordert Kurswechsel

Die psychische Gesundheit junger Menschen verschlechtert sich in fast allen untersuchten OECD-Ländern seit mehr als einem Jahrzehnt; die COVID-19-Pandemie hat diese Entwicklung zusätzlich verschärft. Besonders betroffen sind Mädchen und ältere Jugendliche. Die Ursachen verstärken sich gegenseitig: sozialer und schulischer Druck, Armut, Mobbing, Schlafmangel, problematische Nutzung digitaler Medien, globale Krisen und Zukunftsängste. Gleichzeitig erhalten junge Menschen oft erst Hilfe, wenn sich ihre psychischen Probleme bereits zugespitzt haben. Die OECD fordert deshalb frühzeitige und leicht zugängliche Hilfen sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen, Schulen und Sozialbereich. Zudem fehlen in vielen OECD-Ländern regelmässig erhobene, national repräsentative und international vergleichbare Daten zur Entwicklung der psychischen Gesundheit junger Menschen. Eine bessere Datengrundlage ist daher vordringlich. Der Bericht liefert auch für die Versorgung in der Schweiz wichtige Impulse. Der vollständige OECD-Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Fragen zum TARDOC? Wir helfen weiter

Der Informationsbedarf zum neuen Einzelleistungstarif TARDOC ist hoch. Die FMPP bietet deshalb weitere Webinare an, an denen Sie offene Fragen direkt mit den Expertinnen und Experten klären können. Die nächsten zwei Webinare sind auf Französisch: Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, von 12.15 bis 13.15 Uhr (zur Anmeldung) und am Dienstag, 17.November 2026, von 12.15 bis 13.15 Uhr (zur Anmeldung) Die FMPP hat seit März 2025 bereits mehr als 20 TARDOC-Schulungen in Form von Webinaren durchgeführt. Die Aufzeichnungen dieser Schulungen stehen im Mitgliederbereich zur Verfügung. Die Teilnahme an den Webinaren ist für Mitglieder der SGKJPP und der SGPP kostenlos. Für Nicht-Mitglieder wird eine Gebühr von 600 Franken erhoben. Diese Gebühr deckt alle TARDOC-Schulungen und FAQ-Webinare sowie alle weiteren Online-Fortbildungen und Webinare der FMPP bis Ende Jahr ab.

Zwei weitere Webinare zu Versicherungsfragen

Seit vielen Jahren steht die Ständige Kommission Versicherungen SKV den SGKJPP- und SGPP-Mitgliedern bei Schwierigkeiten oder Konflikten mit Versicherern beratend per E-Mail zur Seite. Im Frühling 2026 wurde dieses Angebot erstmals durch Webinare ergänzt, die auf grosses Interesse stiessen. Aufgrund der positiven Resonanz werden im Herbst 2026 zwei weitere Webinare durchgeführt. Sie finden statt am Dienstag, 20.Oktober (Deutsch, zur Anmeldung), und Dienstag, 27.Oktober (Französisch, zur Anmeldung), jeweils von 12.15 Uhr bis 13.15 Uhr. Die SKV beantwortet Ihre Fragen zu konkreten Situationen im Zusammenhang mit dem KVG und den Zusatzversicherungen und diskutiert diese gemeinsam mit den Teilnehmenden. Ausgenommen sind Fragen zu IV-Fällen. Zu diesem Thema ist zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls ein separates Webinar vorgesehen.

Elektronischer Rechnungsversand ab 2027

Digital, effizient und nachhaltig: Ab 2027 stellen wir den Versand der Mitgliederrechnungen auf die elektronische Zustellung um. Künftig erhalten Sie Ihre Rechnung bequem per E-Mail. Mit diesem Schritt tragen wir zu einer effizienteren Administration und einem schonenderen Umgang mit Ressourcen bei.

Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen möchten,
können Sie diesen hier abbestellen.
SGKJPP Geschäftsstelle
Bollwerk 15, Postfach
3001 Bern (Schweiz)

sgkjpp@psychiatrie.ch